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Sind Whippets anders?

Kopiert und übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Karen Lee von Surrey Hill Whippets.

Ich denke wirklich, dass Whippets “anders” sind – wenn auch nicht in Allem woran man vielleicht denkt. Nach all der Erfahrung, die ich beim Verkauf von Welpen gesammelt habe, würde ich sagen, dass generell die Käufer am meisten über ihren Whippet enttäuscht waren, die schon lange Zeit eine andere Hunderasse hatten. Das ist zwar eine Verallgemeinerung, aber meistens, wenn man einen (eine andere Rasse) Hund als sein “ideales” Haustier bezeichnet und diese Rasse genug mag, um über die Jahre schon einige gehabt zu haben, dann wird man nicht sehr glücklich mit einem Whippet werden. Um ehrlich zu sein hatte ich mehr Erfolg aufrichtige Whippet Fans aus Menschen zu machen, die vorher eine Katze hatten, als aus Menschen, die vorher einen (andere Rasse) Hund hatten. Wenn man es auf die Spitze treibt und jede andere Rasse bzw. Mix als “Irgendhund” bezeichnet, sind Whippets GANZ anders.

“Anders” im positiven Sinne

Nervige Sachen, wie “sinnloses bellen” und “Leck-Granulome” gibt es bei Whippets nicht. Sie bellen nicht einfach, weil sie gelangweilt sind, oder ihre Stimme so mögen (allerdings schreien sie manchmal). Sie wedeln nicht wegen nichts mit dem Schwanz. Wenn ein Whippet bellt oder mit dem Schwanz wedelt, dann hat er einen Grund das zu tun. Beides sind keine gedankenlosen Reflexe.

Sie riechen nur sehr wenig nach Hund und sind extrem einfach sauber und gepflegt zu halten. Sie helfen sogar dabei, wie es Katzen tun. Die meisten Whippets pflegen sich selbst. Die meisten Whippets mögen es nicht mal dreckig oder schlammig zu sein. Mit einer Ausnahme: ein wenig Abrieb von Katzen-Stuhl oder einem toten Tier hinter dem Ohr ist ähnlich einem “Hunde Chanel Nr.5″. Aber ansonsten …

Sie haben eine sehr hohe Schmerzgrenze, so dass es manchmal schwierig ist, herauszufinden, wann sie sich wirklich weh getan haben. Aber positiv ist, dass sie praktisch nie diese erbärmlichen Elisabethanischen Kragen nach Operationen tragen müssen, weil sie ihre Nähte in Ruhe lassen.

“Anders” im negativen Sinne

Abgesehen davon, dass sie im Allgemeinen einfach stubenrein zu bekommen sind, gibt es bei extrem kaltem oder nassem Wetter eine geheime “Schlechtwetter Klausel” im Whippetvertrag, der ihnen erlaubt bei rauhem Wetter in einer dunklen Ecke des teuersten Orientteppich im Haus ihr Geschäft zu verrichten. Was? Das Kleingedruckte nicht gelesen? <SPLITCH> Tja, schade. Trag es bitte nur nicht im Haus breit.

Sie haben keine Polster an den Druckpunkten ihrer Gelenke, so dass sie ein ständiges Anrecht auf Weichbettung haben. Wenn man ihnen nicht etwas Passendes speziell für sie bereit stellst (bevorzugt mit luxuriösem Kunstfell), dann sind ALLE  Möbel Freiwild. “Sitz” oder “Platz” aus Gehorsamkeit auf Untergründen, die schmutzig oder kalt sind, oder im nassen, kalten Gras stehen auch außer Frage. Dies wird sogar von den Whippet Genver Konventionen als Folter angesehen. Whippets haben Geschmack gefunden an Gehorsam im Innenraum auf Ballsaal Teppichen, und sie denken, dass das immer so sein sollte. Warum sollte von ihnen erwartet werden, dass sie “Platz” machen auf einer moosigen Gummimatte auf die ein Schottischer Terrier letztes Wochenende gepinkelt hat?

Ihre Hälse sind lang und sie können gut springen. Denke also nicht, dass irgendetwas auf der Anrichte sicher vor ihnen ist, sobald man die Küche verlassen hast. Was ihnen gehört, gehört ihnen und was dir gehört, gehört ihnen auch.

Für einen Whippet ist alles ein Rennen. Auch das morgendliche Ausgehen als Gruppe. Sie werden schreien, jodeln und drängeln beim Versuch als erstes aus der Tür zu sein. Und wenn du mal sehen willst wie richtig gedrängelt wird, dann stell eine Pfanne mit etwas Fett oder Bratensaft auf den Boden.

Sie werden auch in den Geschirrspüler kriechen, und das Geschirr und Besteck ablecken, wenn die Tüer offen ist. Es ist das Beste, wenn das passiert bevor der Geschirrspüler an war. Und wenn danach – stell sicher, dass die Gäste, die keine Hunde haben, schon im Bett sind.

Wie Whippets NICHT “Anders” sind

Whippets können trainiert und diszipliniert werden und sind robust genug, um eine härtere oder strengere Korrektur zu verkraften. Man must nur sehr bestimmend sein. Einige vertragen Allein sein besser als andere, aber je jünger man sie daran gewöhnt, wann man für sie da ist und wann sie eine “ruhige Zeit” für sich haben, destso besser klappt das.

Ich finde, der wirkliche Unterschied zwischen Whippets und “Irgendhunden” ist, dass ein “Irgendhund” auf das reagiert, was sich sein Herrchen ausdenkt. Er wartet eifrig darauf was sein Herrchen tun möchte und ist gelangweilt, wenn ihm das Herrchen keine Stimulation und Aufmerksamkeit entgegenbring.  Im Gegensatz dazu ist der Whippet durchaus in der Lage sich selbst Spaß zu bereiten. Könnte nur sein, dass seine Auffassung von Spaß nicht ganz mit Deiner übereinstimmt. Also ist es besser wenn man frühzeitig eine Verständigung aufbaut. Der “Irgendhund” sieht sich selbst als Werkzeug des Herrchens, der Whippet sieht das Herrchen als Werkzeug.

Solange man diese wichtigen Unterschiede versteht und vorbereitet ist, entweder eine untertänige Rolle zu akzeptieren oder die Beziehung neu zu programmieren, indem man frühzeitig im Welpenalter Gegenmaßnahmen einleitet,  denke ich, dass der Whippet “Die beste Rasse ist, die es gibt”, wie es Seigfried Farnon gesagt hat.


2 Responses to Sind Whippets anders?

  1. Tania Rüter

    Hallo,
    ich habe seit 19.12.11 eine kleine Whippethündin. Shanti ist jetzt 18 Wochen alt. Hier nun mein Problem: sie meldet sich nicht, wenn sie raus muß (auch nicht in “Zeichensprache”) und macht dann, wenn ich nicht den siebten Sinn einschalte, ihr Häufchen in die Wohnung. Besonders gerne bei Regenwetter. Sie hasst nasse Füße und es sieht ganz nach Absicht aus. Gibt´s sowas denn.
    Ich gestehe, ich hatte bisher immer andere Rassen (Labrador-Schäferhund, Hovawart-Briard, Münsterländer-Mix, Boxer-Mix) und noch nie Probleme mit dem Sauber-werden.
    Hast du einen Tip für mich? Ab Montag geh ich wieder ins Büro. Mein Chef ist so großzügig, das ich die Kleine mitbringen darf. Aber ich denke, wenn ich dauern raus laufe, damit nichts schief geht oder wenn öfters mal was schief geht, habe ich ein echtes Problem.
    Viele Grüße
    Giulia

    • Frank

      Erstmal herzlichen Glückwunsch, du wirst die Entscheidung Whippet nicht bereuen…

      Karamello hat auch eine ganze Weile gebraucht, bis er eingesehen hat, dass man nicht einfach in die Wohnung machen kann. Aber von Haufen sind wir – bis auf Ausnahmen – verschont geblieben. Bei ihm war es auch eine sehr sprunghafte Entwicklung. Heute noch keine drei Stunden und morgen plötzlich vier.

      Leider hilft da nicht wirklich was. Die übliche Verfahrensweise ist alle zwei Stunden raus, bis was gemacht wurde und dann die Zeiten langsam steigern. Karamello hat am Anfang fast andeutungslos gepinkelt. Nach und nach haben wir dann die Anzeichen gesehen, aber auch gemerkt, dass er eben nicht verstanden hat, dass man sich noch anziehen muss und so weiter. Also sind wir dazu über gegangen ihm zu sagen “Ja wir gehen Gassi” bevor wir runter sind. Und wenn er dann wieder unruhig wurde, brauche ich das nur zu sagen und hatte dadurch noch ein wenig Zeit und er hats bis unten ausgehalten. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaube das hat ihm eben das Gefühl gegeben, dass er nicht auf verlorenen Posten steht.

      Jetzt steht er immer vor der Tür, wenn er raus will…

      Vielleicht hilft es ja auch bei dir? Ich drück die Daumen.

      Nässe von oben ist übrigens immer noch schlecht. Von unten geht’s. Er schwimmt ganz gern… ;)

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