Meine Brille musste endlich mal ersetzt werden, sie war immerhin schon 10 Jahre alt. Meine Werte haben sich zwar nur geringfügig verändert, aber langsam hat sich sogar schon die Farbe an den Stellen abgerieben, die mit Haaren in Kontakt gekommen sind. Wie sich herausstellte haben sich meine Werte sogar verbessert, so dass ich überkorrigiert war, was auf Dauer eigentlich nicht gut ist.
Ich hatte ja schon länger mit phototropen Gläsern geliebäugelt und so hab ich dann gedacht, ich schlag einfach mal zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich war also bei guggsdugud und hab mich ein wenig umgeschaut, oder sagen wir besser ich habe rumschauen lassen. Bei dem kleinen Laden kommt man ja ohne Beratung gar nicht aus, denn die Hälfte des Angebots liegt in irgendwelchen Schubladen. War aber nicht weiter schlimm, da alle total nett und ehrlich waren und der Kaffee war auch nicht schlecht.
Fairer Weise ist zu sagen, dass die total günstigen Mineralgläser nicht zu empfehlen sind, weil sie einfach wesentlich länger brauchen und technologisch nicht mehr weiterentwickelt werden. Die Kunststoffgläser schon, sie sind aber teurer. Somit ist meine Brille total neu für mich:
- Kunststoff- statt Mineralgläser
- Kunststoff- statt Metallgestell
- selbsttönende Gläser
Zwei Monate hab ich sie nun und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, wo ich immer das Gefühl hatte, sie rutscht mir gleich von der Nase, bin ich begeistert. Natürlich ist sie nicht gerutscht, sitzt aber ein wenig tiefer auf der Nase auf. Schade ist natürlich, dass Kunststoff empfindlicher ist, so dass mir geraten wurde immer nur mit einem Microfasertuch zu putzen. Also vorbei mit der (Un-?)Sitte einfach mit dem frisch angezogenen T-Shirt die Brille zu putzen.
Die Tönung selbst geht relativ schnell, also die Hauptarbeit dauert keine 5 Minuten, egal in welche Richtung. Dabei färbt sie sich etwas schneller ein, als sie sich entfärbt. So gibt es nur wenige störende Momente, wenn man z.B. von einem längeren Aufenthalt in der prallen Sonne in einen dunklen Keller geht. Auch ein wenig störend sind Wettersituationen mit viel UV-Strahlung bei bedecktem Himmel. Da dir Brille auf UV- und nicht auf das normal sichtbare Licht reagiert, färbt sie sich an solchen Tagen auch schön dunkel, obwohl weit und breit keine Sonne zu sehen ist.
Das ist insgesamt zwar störend, aber auszuhalten. Das Schöne ist, dass ich vorher oft Momente hatte, wo ich eine Sonnenbrille gebraucht hätte, aber keine dabei hatte. Man ist ja faul und schleppt nicht zwei Brillen durch die Gegend. In vielen Fällen reicht da jetzt meine normale Brille aus. Besonders gut funktioniert es im Zusammenhang mit einem Cap oder einem Hut, weil da die Sonne nicht von oben reinscheinen kann. Das habe ich schon bei dem einen oder anderen DLRG Einsatz ausprobieren können.
Schön ist vor Allem, dass es eben kein Umschalten ist, sondern eben ein langsamer Übergang. Dabei wird dann, im Normalfall, genau so stark gefärbt, wie man benötigt. Weniger Sonne -> weniger UV -> weniger Farbe -> (Sonnen-)brille muss nicht abgesetzt werden, sondern wird heller. Sehr praktisch das.